Mittwoch, 28. Januar 2015

Rezension - Extinction von Kazuaki Takano


Titel: Extinction 
Autor: Kazuaki Takano
Verlag: C. Bertelsmann
Ausgabe: Paperback
Seiten: 559
ISBN: 978-3-570-10185-8
Preis: 14,99 €





Eine Söldnertruppe um den Anführer Jonathan Yeager wird im Auftrag der US Regierung in den Kongo entsandt. Dort soll mit allen Mitteln die Ausbreitung eines tödlichen Virus unter den Dschungelbewohnern, einem Pygmäenstamm, verhindert werden. Denn von seiner Eindämmung hängt das Überleben der gesamten Menschheit ab. Doch kaum im Dorf der Einheimischen angekommen, lernt Yeager einen kleinen Jungen mit einer hohen Intelligenz kennen, so dass er beginnt, seinen Auftrag um das tödliche Virus zu hinterfragen. Mit fatalen Folgen für sich, seinem Team, dem Pygmäenstamm und dem Kind. Und schon bald muß sich die Söldnertruppe entscheiden, denn von allen Seiten rückt der Feind auf sie zu. Ein Wettlauf mit Zeit um Leben und Tod beginnt....




Das Buch fiel mir schon bei den Frühjahrs-Neuerscheinungen des Verlags auf und nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, mußte ich das Buch unbedingt lesen. Auch das Cover finde ich mega gelungen für diese Story! 

Nochmals vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensions- exemplar.

So groß auch meine Freude auf das Buch war, so schwer wurde für mich der Einstieg in das Buch und die Geschichte. Denn gleich zu Beginn wird mit wissenschaftlichen und technischen Begriffen nur so um sich geworfen. Zwar werden diese dann nochmals in einfacher Form erläutert, doch dies bremste zu Beginn meinen Lesefluss.

Die Geschichte selbst wird aus der Sicht von drei Personen erzählt. Wir begleiten zum einen Jonathan Yeager, einen Ex-Spezial Forces Soldaten, der mittlerweile sein Geld bei einer privaten Sicherheitsfirma verdient, die mit dem US Militär zusammenarbeitet, und im Irak stationiert ist. Jonathan ist verheiratet und hat einen totkranken Jungen namens Justin. Justin leidet an einer unheilbaren Lungenkrankheit die immer tödlich verläuft, denn es gibt bisher keine lebensrettenden Medikamente dafür. Da die Behandlungen für seinen Sohn sehr teuer sind, nimmt Jonathan das Angebot seines Chefs für einen streng geheimen Regierungsauftrag an. Dieser Auftrag soll ihm und seiner Familie 45.000 $ für 4 Wochen Arbeit einbringen. Jonathan fand ich authentisch und sympathisch, auch wenn er im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Er versucht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, das Leben seines Sohnes zu retten, auch wenn er dabei selbst sterben sollte.

Die zweite Person, die wir in dieser Geschichte begleiten, heißt Kento Konga (24), er lebt in Tokio und studiert im zweiten Jahr an der Universität Chemie. Dort arbeitet er in einem chemisch-pharmazeutischen Labor an organischer Synthese, d.h. er erstellt anhand eines Computerprogrammes neue Medikamente und prüft diese mittels klinischer Tests auf seine Wirksamkeit. Unerwartet stirbt sein Vater, Seiji, an einem Hirnschlag. Kurz nach der Beerdigung erhält Kento eine E-Mail von seinem Vater, in der er ihn bittet, seine Forschungsarbeit fortzusetzen, aber mit niemanden darüber zu sprechen - mit absolut niemandem! Sollte sein Leben in Gefahr sein, dann solle er alles stehen und liegen lassen und das Projekt vergessen. Kento fragt sich, was das alles zu bedeuten hat und versucht dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf den sogenannten "Heisman Report" und damit beginnt auch für Kento ein Wettlauf gegen die Polizei, CIA und vor allem die Zeit ... Kento war mir zwar sehr sympathisch und ich mochte ihn, aber er war mir teilweise doch etwas zu blauäugig im Umgang mit den Menschen, die er eigentlich ja nicht kontaktieren sollte.

Die dritte Person ist Arthur Rubens, ein hochintelligenter Mann, der es schon mit Ende 20 geschafft hat, den Doktorgrad der Grundlagenmathematik zu erlangen. Danach beschäftigte er sich mit den Methoden der Kriegspsychologie bei Führungskräften innerhalb des Militärs. Bis eines Tages eine "ThinkTank" Firma namens, Schneider Institute, ihm einen Job anbietet. Das ist die Chance bei den ganz großen Tieren in der US Politik mitzuspielen. So bekommt er nach einer Probezeit immer mehr Aufgaben, bis er zum stellvertretenden Leiter eines streng geheimen militärischen Spezialauftrages ernannt wird - die Vernichtung eines lebenden Individuums. Bei diesem Charakter bin ich zwiegespalten, auf der einen Seite ist es sehr interessant ihn während der Operation zu beobachten, da hochintelligent und doch nutzt er seine Intelligenz nicht unbedingt so, wie er es könnte. Für mich hätte er eine noch größere Rolle in dieser Geschichte spielen können.




"Wenn Sie in der Region angekommen sind, halten Sie sich von den Menschen fern - außer Sie wollen unbedingt einen Blick in die Hölle werfen."

Seite 51


"Leider ... neigen wir Menschen zu Intoleranz. Wir ertragen es nicht, dass ein Wesen intelligenter sein könnte als wir."
Seite 238

 "Die Welt ist schön, dachte Yeager. Aber auf derselben Welt lebt auch das Monster namens Mensch."
Seite 437


Kazuaki Takano verwebt in einer atemberaubenden Art und Weise alle drei Handlungsstränge zu einer wunderbaren Geschichte, die in meinen Augen sehr selbstkritisch mit dem Wesen "Mensch" umgeht. Besonders das letzte von mir ausgewählte Zitat passt wie die Faust aufs Auge!!!

Der Mensch ist zerfressen von Macht, Gier und einer großen Portion Intoleranz. Kazuaki Takano hält uns mit dieser Geschichte einen sehr großen Spiegel vor das Gesicht und spricht schonungslos die heutigen Probleme auf der Welt an. Fast überall auf der Welt bekriegen sich die Menschen, sei es mit Waffen oder Worten. Besonders die ehemalige US Regierung (unter W. Bush sen.) und dem Irak Krieg bekommt hier sein Fett weg. 

Auch wenn es, wie bereits erwähnt, teilweise sehr wissenschaftlich/technisch und auch stellenweise sehr anspruchsvoll zu lesen ist, konnte mich die Geschichte mit ihrem guten Schreibstil sehr fesseln und hat mir spannende Lesestunden beschert. Daher vergebe ich sehr gute 4 Nosinggläser.





Habt Ihr das Buch schon gelesen?
Was haltet Ihr von dieser Geschichte?
Kann so etwas wirklich passieren?

Ich bin auf eure Meinung gespannt! 

Liebe Grüße, Uwe

Kommentare:

  1. Da ähneln sich unsere Kritiken wirklich sehr :D
    Wobei ich über Jonathan zB nicht so viel erzählt hätte bzw habe. Mag es lieber eine Kritik zu lesen, wo noch nicht zu sehr auf Details eingegangen wird und so wichtige Verknüpfungspunkte ausgelassen werden - aber das ich mein persönliches empfinden :)

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    1. ja, die Kritikpunkte passt bei uns beiden :D und bei dem anderen Punkt kann man sich drüber unterhalten :)
      Liebe Grüße,
      Uwe

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  2. Hallo Uwe,
    eine sehr ausführliche Rezi. Um das Buch schleiche ich schon rum. Ich mag eigentlich wissenschaftlich fundierte Geschichten!
    Jetzt ist es auf meiner Wunschliste weiter nach oben gewandert! ^^

    Liebe Grüße

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  3. Hallo Uwe,

    deine Rezension gefällt mir sehr gut. Deine Sicht auf dieses Buch ist sehr ausführlich geschildert und genau das macht eine gute Rezension aus. Ich habe sie deswegen letzte Woche in meiner Rezension verlinkt, falls du etwas dagegen hast, gib mir bitte bescheid.

    Liebe Grüße
    Henrik

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    1. Hallo Henrik,

      danke für deinen Kommentar und die Verlinkung. Es hat mich sehr gefreut.

      Liebe Grüße,
      Uwe

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